Analyse Städtebau

ANLASS UND ZIEL

Mit dem vorliegenden Integrierten Stadtentwicklungskonzept wurden bereits erste Schritte zur Erfassung der Situation und der Verbesserung gegenüber dem spürbaren Fehlen einer übergeordneten strategischen und städtebaulich-räumlichen Gestaltidee für die Lingener Innenstadt und ihren Verflechtungsräumen gegangen.
Eine wichtige erste Aufgabe der städtebaulichen Masterplanung liegt nun in der Zusammenführung der bestehenden sektoralen Planungen und thematischen Konzepte in Ergänzung mit neuen Entwurfsideen zu einer übergeordneten Gesamtkulisse. Dies erfolgt zunächst als räumlich-strategisches Leitbild für die Innenstadt und die Schnittstellen zu den angrenzenden Stadtteilen.
Eine Kernaufgabe des Masterplans ist der strategisch-funktionale und städtebaulich-freiräumliche Entwurf für die Innenstadt und ihren Wirkraum in die angrenzenden Stadt- und Freiräume hinein. Dabei werden tragfähige bestehende städtebauliche Planungen, schlüssige thematische Konzepte und bestehende aktuelle Überlegungen in die neuen Entwurfsansätze integriert.
Ziel ist es, nachhaltige Strategien für ein qualitätvolles stadträumliches Erscheinungsbild mit attraktiven Freiräumen, eine verbesserte Erschließungssituation sowie die richtige Art und Mischung der Nutzungen aufzuzeigen. Dabei soll ein baulich-räumlich tragender und robuster städtebaulicher Entwurf im Zusammenspiel mit attraktiven Freiräumen mit hoher Aufenthaltsqualität mit den funktionalen Anforderungen an zukunftsfähige Mobilitätsansprüche kombiniert werden. Das Ergebnis ist ein nachhaltiger, schlüssiger integrierter städtebaulicher Masterplan.

INNENSTADT ALS IDENTITÄTSSTIFTENDER UND VIELFÄLTIGER MAGNET MIT STRAHLKRAFT

Differenzierte Teilräume prägen das Stadtzentrum von Lingen. Sie sind in ihrer individuellen Eigenart zu stärken bzw. neu zu definieren und optimal untereinander und mit den angrenzenden Stadträumen zu vernetzen. Das Herzstück und wichtigstes Bindeglied bildet die historische Mitte.

INNENSTADT ALS MARKE

Wie kann die Innenstadt von Lingen auch in Zukunft attraktiv und lebendig bleiben? Das Label Einkaufen reicht hier nicht mehr aus. Es braucht eine neue Marke!
Neben dem Handel, den Dienstleistungen, der Bildung etc. werden ergänzende Nutzungen und vor allem Erlebnisangebote nötig sein. Die Innenstadt muss heute Eventort und Auszeit für ihre Besucher und gleichzeitig Nachbarschaftsraum für ihre Bewohner sein.
Darüber hinaus sollte die Innenstadt hervorragend und eng mit ihren städtischen und landschaftlichen Verflechtungsräumen verwoben werden und attraktiv für alle Verkehrsteilnehmer erreichbar sein – insbesondere die Langsamverkehre.

VIELSCHICHTIGE STADT

Die dichter werdende Stadt bei gleichzeitigem Erhalt und Qualifizierung der Freiräume und Landschaft erfordert eine Strategie, die von einem Nebeneinander zu einem verstärkten Miteinander von Nutzungen führt. Straßenräume sind nicht nur Mobilitätsräume, sondern auch Aufenthaltsräume, bieten Schatten unter einem dichten Blätterdach, welches das Regenwasser bei Starkregen zurückhält. Das entlastet die Entwässerungskanäle und sorgt für sauberes Wasser. Beispielhaft in dieser Hinsicht könnten die Stadträume als innovatives Element und besonderes Identifikationsmerkmal der Lingener Innenstadt werden.
Gebäude werden nicht nur bewohnt oder dienen als Arbeitsort, sondern produzieren Energie, bieten Flächen für eine urbane Nahrungsmittelproduktion, verdunsten Wasser und sorgen für den klimatischen Ausgleich – gerade in der kompakten Innenstadt.
Ob Straßen, Gebäude, Infrastruktur oder das Grün der Städte – in einer zukunftsorientierten Stadtentwicklung der Verdichtung werden Mehrfachnutzungen zu einem Kernelement der Entwicklung.
Eine besondere Rolle für die Entwicklungsflächen in der Lingener Innenstadt könnte darüber hinaus das Thema der grünen Infrastrukturen im Bereich der Schnittstellen zu den angrenzenden Stadt- und Freiräumen werden. Hierin werden große Potenziale zur Minimierung der Barrierewirkung im Bereich des Konrad-Adenauer-Rings bei gleichzeitiger Aktivierung von Flächen für ergänzende Bebauung (z.B. Stärkung Wohnen in der City) oder neue Freiräume (z.B. Anbindung City – Kanal/) gesehen.

 

7 Comments

  1. Ich fände es ebenfalls sehr schön , wenn es gelingen würde, den Einzelhandel in der Innenstadt zu stärken.
    Gut wäre es , wenn man auch in der Großen Straße und zum Ende der Burgstrasse hin noch Gastronomie ansiedeln könnte.
    Und wichtig erscheint mir, einen kleinen Lebensmittelmarkt oder sogar einen Schlachter wieder für die Innenstadt gewinnen zu können. Sowohl für die Bewohner als auch für Touristen würde das die Attraktivität erhöhen. Es gehört zum Stadtbild einfach dazu. Und in anderen Städten funktioniert das doch auch….

  2. Leider sehe auch ich in Lingen immer mehr vom Charme schwinden… Die Innenstadt besteht fast nur noch aus Geschäften/Gastronomie, die nicht gerade zum verweilen einladen und neue kommen ständig dazu(Döner, Burger , Handy, Friseur)… Kaum ein deutsches Restaurant, wo man auch als älterer Bürger/Senior verweilen kann/möchte, geschweige denn Bekleidungsgeschäfte für ältere.. Abgesehen von haushaltsartikeln uswusw… Alles schöne alte wird abgerissen und hässlich kalt zugebaut(alter Hafen z. B., sparkassengebäude steht das noch bevor).. Ich frage mich wirklich, wie man den Flair einer so schönen Stadt so versemmeln kann… Unglaublich, aber daran wird sich auch mit dieser Umfrage wieder nichts ändern…

  3. Moin!
    Ein hübsches Stadtbild lebt vom Spiel der Abwechslung mit der Einheit. Wichtig sind aber insbesondere auch Begrünungen. Damit meine ich nicht nur Parks und Gärten, sondern auch kleinere Aufbrechungen des Stadtbilds. Dafür müssen auch Investoren in die Pflicht genommen werden!
    Es ist zwar nicht direkt Innenstadt, aber ich denke dabei an das „Motel“ an der Kiesbergstraße, ehemals Dust. Hier ist nicht einmal mehr Platz gewesen für Rabatten, stattdessen ist der gesamte Platz versiegelt und steht ganz und gar nicht für nachhaltige Stadtplanung. Dieses offensichtliche „billig bauen, teuer verkaufen“ muss für die Innenstadt im Speziellen wie für den gesamten Stadtbereich im Allgemeinen unterbunden werden. Stattdessen darf jedes Bauprojekt, sei es von der Stadt oder von Investoren, nur unter einem klaren nachhaltigen Blickpunkt geplant und genehmigt werden.
    Viele Grüße

  4. Grundsätzlich: Die Aufenthaltsqualität auf allen Straßen erhöhen! Keine parkenden Autos mehr an Straßenrand und Kurzzeitplatz! Oberirdische Parkplätze in Grünanlagen und Wege umwandeln. Anwohnern sollten Plätze in den Parkhäusern zugewiesen werden. Keine Bauten mehr ohne Tiefgarage!
    Parkhügel: Die Zufahrten hinter den Parkhügel für Fahrräder öffnen. Innenhof beim Parkhügel zum Radlertreffpunkt mit Abstellmöglichkeiten und Sitzgelegenheiten ausrüsten. Hinterausgänge der Geschäfte öffnen. Spielplatz mit Rutsche am Parkhügel wieder herrichten.
    Fußgängerzone nur für Fußgänger unbedingt erhalten!
    Fahrradstraßen um den Stadtkern bestimmen, mit entsprechendem (glatten) Pflaster versehen, z.B. – Am Pulverturm – Castellstrasse – Karolinenstrasse – Gymnasialstrasse – Kirchstrasse – Kivelingstrasse – Schlachterstrasse – Elisabethstrasse – Poststrasse – … Autos hier auch nur noch eingeschränkt erlauben, z.B. Zufahrten zu Parkhäusern, Lieferverkehr zu bestimmten Zeiten.
    Freitzeitaktivitäten in die Innenstadt holen, z.B. Boulder-, Kletterpark bzw. -halle, Indoorspielplatz,…
    Vielseitiges Angebot an Waren heranholen, damit es sich „lohnt“ nach Lingen zum Shoppen zu kommen!

    1. „Keine Bauten mehr ohne Tiefgarage“ hieße, das Wohnen in der City wird noch teurer. Ein TG-Stellplatz kostet schnell 30.000 € und mehr plus teurem Unterhalt. Auch jemand der in der City wohnen will und überhaupt kein Auto besitzt, muss diese Kosten über Miete oder Kaufpreis mitbezahlen.
      => City nur noch für Wohlhabende

    2. Tolle Ideen!!!
      Autos nur eingeschränkt in die direkte Innenstadt zu lassen ist eine innovative Möglichkeit, endlich wieder MENSCHEN und nicht nur Lieferfahrzeuge zusehen! Kinder und Erwachsene jeden Alters sicher in den beruhigten Bereichen der Innenstadt lachen und erleben zu dürfen – das ist eine wunderbare Vorstellung!

  5. Weniger Modeläden, Imbissläden( Döner/Fafal) , Dafür mehr Einzelhändler wie Elektro und Spezialläden!
    Mann sollte versuchen auch mehr Feste in die Innenstadt zu verlegen(Kirmes und Ähnliche sachen ) ! Tiefgarage untern Markt Verstärken oder Für die Kirmes Zeit Dicht Machen und unterbauen ! Lingen könnte mehr Cityfeste machen ! Auch sollte vermehrt gegen Bettelbetrüger vorgehen Viele Die In City sitzen oder bei den Läden von Aldi oder Rewe sind keine Bettler der Chef bzw Kolone wartet meist in Nähe zum Tauschen! Man sollte auch wieder mehr Günstigen Wohnraum schaffen nicht nur EigentumsWohnungen in Monoton Bau man sollte mehr zurück auf Sozialwohnungen gehen in Morderner Bauweise keine Blöcke sondern Siedlungen !

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